Manche Annahmen werden von Generation zu Generation weitergegeben, ohne dass jemand sie überprüft. Sie klingen plausibel, stammen oft von Eltern, aus der Schule oder aus Filmen und halten sich hartnäckig, obwohl die Forschung sie längst widerlegt oder stark relativiert hat.
Die Reihenfolge beruht auf einer redaktionellen Einschätzung, wie verbreitet ein Irrtum ist, nicht auf einer Umfrage. Irrtümer über Wetter, Tiere und das Mittelalter sind bewusst ausgeklammert, weil es dazu eigene Artikel gibt. Die Liste zählt von Platz 10 herunter. Auf Platz 1 steht ein Irrtum, den gleich mehrere Kinofilme als Ausgangsidee genutzt haben.
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Platz 10 von 10: „Salz lässt Nudelwasser schneller kochen“
Wissenkochen“
Gelöstes Salz senkt den Siedepunkt nicht, sondern hebt ihn leicht an. Chemiker sprechen von Siedepunktserhöhung: Je mehr gelöste Teilchen im Wasser sind, desto höher liegt die Temperatur, bei der es siedet.
Siedepunktserhöhung
rund 0,17 °C
Salz im Beispiel
10 g/l
In der Küche spielt dieser Effekt praktisch keine Rolle. Bei typischem Nudelwasser mit etwa 10 Gramm Salz pro Liter steigt der Siedepunkt nur um rund 0,17 Grad. Schneller kocht das Wasser dadurch nicht, aber auch nicht spürbar langsamer.
Das Salz im Kochwasser dient also dem Geschmack der Nudeln und nicht der Zeitersparnis. Wer Energie sparen möchte, erreicht mit einem Deckel auf dem Topf deutlich mehr als mit einer Prise Salz.