Einen offiziellen Titel als älteste Stadt Deutschlands gibt es nicht. Mehrere Städte erheben Anspruch darauf und berufen sich dabei auf unterschiedliche Kriterien: eine keltische Vorgängersiedlung, die früheste schriftliche Erwähnung, ein römisches Militärlager oder den Rang einer römischen Stadt. Fast alle Kandidaten liegen an Rhein, Mosel oder im Alpenvorland, wo die Römer kurz vor der Zeitenwende Fuß fassten.
Die Reihenfolge ist deshalb redaktionell. Sie orientiert sich an den frühesten Belegen, die Archäologie und Geschichtsschreibung für die jeweilige Stadt anführen, und an der Frage, wie früh sich dort städtisches Leben nachweisen lässt. Die Liste zählt von Platz 10 herunter. Auf Platz 1 steht die Stadt, der viele Historiker die längste Geschichte als römische Stadt auf deutschem Boden zuschreiben.
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Platz 10 von 10: Speyer
WissenSpeyer
Speyer geht auf ein römisches Lager zurück, das vermutlich um 10 v. Chr. für eine Infanterieeinheit von rund 500 Mann angelegt wurde. Aus dem Posten und der zugehörigen Siedlung entwickelte sich der Ort, den die Römer Noviomagus nannten. Das zweitausendjährige Bestehen feierte die Stadt im Jahr 1990, unter anderem mit einer Sonderbriefmarke.
römisches Lager
um 10 v. Chr.
2000-Jahr-Feier
1990
Im Mittelalter wurde Speyer zu einem Zentrum des Reiches. Von den rund 30 Reichstagen des 16. Jahrhunderts fanden fünf hier statt, und der romanische Kaiserdom zählt seit 1981 zum UNESCO-Welterbe.
Seit 2021 gehört Speyer zudem zu den SchUM-Stätten, die gemeinsam mit Worms und Mainz für das jüdische Erbe am Rhein stehen.